Private Krankenversicherung im Alter unbezahlbar? – private Krankenversicherung | Honorarberatung | unabhängiger Versicherungmakler
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Führen die Beitragssteigerungen in der privaten Krankenversicherung wirklich dazu, dass diese für Rentner unbezahlbar wird?

Die private Krankenversicherung lockt in jungen Jahren mit günstigeren Beiträgen und besseren Leistungen, aber im Alter kann sich das keiner mehr leisten. So liest oder hört man es häufig. Es handelt sich hier eigentlich immer um extreme Fälle, die in Reportagen aufgegriffen und dann verallgemeinert dargestellt werden, z.B. der Rentner mit 700€ mtl. Rente, der auf einmal 500€ PKV Beitrag zahlen soll und kein Geld mehr für Miete und Lebensunterhalt hat. Aber was ist dran an den immer wieder auftauchenden Berichten über die zu teure Krankenversicherung im Alter?

Eine gute Planung ist die halbe Miete

Natürlich gibt es solche Fälle, aber ist dies der Regelfall? Natürlich wäre solch ein Rentner in einem System wie der GKV, mit einkommensabhängigen Beiträgen, im Rentenalter besser aufgehoben. Und nun kommt er in dieses System auch nicht mehr zurück. Aber es ist sicher nicht der Regelfall. Und ist es nicht vielmehr so, dass im Vorfeld dann meistens schon viele Dinge falsch gelaufen sind. Da ergeben sich schon einige Fragen. Ein Privatversicherter, der so wenig Rente bezieht, war in der Regel selbständig. Hat er nun ein so niedriges Einkommen gehabt, dass er keine Rücklagen bilden konnte oder hat er sein hohes Einkommen nur für Konsum ausgegeben?

Warum wurde ihm überhaupt geraten in die PKV zu wechseln? War er sich der Systemunterschiede überhaupt bewusst? Wenn nicht, warum hat er sich im Vorfeld nicht ausgiebig informiert oder beraten lassen? Wie Sie sehen, ist es nicht sinnvoll hier vorschnell zu urteilen, ohne den genauen Hintergrund zu kennen. Auch ist es so, dass die Beiträge in der Erwerbsphase in beiden Systemen nahezu gleichlaufend ansteigen. Für einen Angestellten ist die Beitragszahlung in der Rentenphase aufgrund des höheren Einkommens und somit der höheren Rentenzahlung, in der Regel kein Problem. Wenn darüber hinaus auch weitere private Vorsorge getroffen wurde ist das umso besser. Sie sollten sich neben der gesetzlichen Rente unbedingt weitere Einnahmequellen im Alter aufbauen. 

Sicher gibt es die oben beschriebenen Einzelfälle. Das die Beiträge nicht dem Einkommen angepasst werden, ist jedoch für die meisten privat Versicherten im Rentenalter sogar vorteilhaft. Denn diese haben sich bis zum Renteneintritt verschiedene Vermögenswerte aufgebaut, die nun keinen Einfluss auf die Beiträge der PKV haben. Dies sind z.B. Mieteinnahmen, Vermögenswerte, Zinseinnahmen, Erbschaften, eigen genutzte Immobilie, Betriebsrente usw. Diese Einnahmen haben für einen privat Versicherten keinen Einfluss auf den Krankenkassenbeitrag. Sie können unter privat Krankenversicherten viel mehr Beispiele für den zuletzt beschriebenen Fall finden, als für den zuerst geschilderten. Aber mit diesen Beispielen werden Sie in den Massenmedien natürlich keine Reichweite erzielen. 

Beitragsentlastung im Alter

Außerdem ist es so, dass privat Versicherte im Alter sogar entlastet werden. Es ist nämlich so, dass Sie von Beginn an 10% mehr Beitrag zahlen müssen als eigentlich notwendig wäre. Dies ist der gesetzliche Beitragszuschlag für Altersrückstellungen. Dieser Pflichtbeitrag wird verwendet, um die Beiträge im Alter zu stabilisieren. Er wird erhoben bis zum vollendeten 60. Lebensjahr. Dann fällt dieser Zuschlag weg, so dass die PKV entsprechend günstiger wird. Das ist aber nicht alles. In der Erwerbsphase versichern Sie in der Regel ein Krankentagegeld. Dieses sichert die Lohnfortzahlung in einem längeren Krankheitsfall und macht etwa 5-10% des monatlichen Beitrags aus. Spätestens bei Renteneintritt mit dem 65. Lebensjahr fällt auch dieser Beitragsanteil weg, so dass Sie als privat Versicherter in der Rentenphase insgesamt zwischen 15-20% an Beitrag einsparen. 

Unabhängige Beratung verhindert späteren Ärger

Daneben gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, die man nutzen kann, wenn es finanziell wirklich einmal nicht reichen sollte. Diese sind z.B. Standard- bzw. Basistarif als letzte Lösung mit entsprechenden staatlichen Zuschüssen bei Nachweis der Bedürftigkeit oder aber ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft. Den muss die Gesellschaft anbieten, wenn er wirtschaftlich sinnvoll ist. Wichtig ist in jedem Fall sich vorab ausgiebig zu informieren. Hier kann ich Ihnen nur empfehlen, sich einen Experten dazu zu holen, der mit Ihnen die wichtigsten Punkte bespricht und anhand einer Checkliste prüft, ob ein Wechsel Sinn macht und welche Punkte Sie beachten sollten.

Marcus Knispel

Als Experte für alle Fragen rund um die private Krankenversicherung unterstütze ich seit mittlerweile 20 Jahren Angestellte und Unternehmer dabei, eine passende Lösung für ihre persönliche Situation zu finden. Mehr Infos über mich findest Du auf meinen Profilen in den sozialen Netzwerken.